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14.09.2017 | nane
Andreas Statzkowski wird Glücksfee der St. Georg’s Church

Zunächst war die St. Georg’s Anglican Episcopal Church in der Preußenallee das Ziel von Andreas Statzkowski, als er in seinem Wahlkreis unterwegs war. Das Gebäude wurde 1950 als Garnisonkirche des britischen Militärs im britischen Sektor errichtet. Seit dem Abzug der Alliierten wird die Kirche zivil genutzt. Revd. Canon Christopher Jage-Bowler begrüßte Andreas Statzkowski herzlich und bot gleich Tee an.

Es ist schon eine besondere Gemeinde in Westend, diese St. Georg’s Anglican Church. Sie erhält keine Zuschüsse oder gar Kirchensteuern – nein, diese Gemeinde finanziert sich ausschließlich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. „Zu den Gottesdiensten in englischer Sprache mit anglikanischer Liturgie erscheinen dann auch häufig um die 100 Leute“, erzählt Revd. Christopher Jage-Bowler nicht ohne Stolz.

Es ist auch eine besondere Kirche, in der die Gottesdienste abgehalten werden. So sitzen die Gläubigen in Kirchenbänken, die mit den militärischen Abzeichen aller britischen Regimente verziert sind, die sich seit 1945 in Berlin aufgehalten haben. Eine Besonderheit ist auch das Kirchensilber. 1987 wurde das ursprünglich von der Kronprinzessin Victoria gestiftete Silber für die erste St. Georg’s Church, die 1884-1885 auf dem Gelände von Schloss Monbijou erbaut wurde, in einem Berliner Keller wiederentdeckt – seither ist es in den Gottesdiensten in Gebrauch.

Und es ist eine lebendige Gemeinde – im Bezirk beliebt ist der Second-Hand Book Fair und natürlich „A VERY BRITISH CHRISTMAS“. Dies besondere Weihnachtsfest kannte Andreas Statzkowski noch nicht – deshalb lud ihn Christopher Jage-Bowler ein und fragte auch gleich an, ob Andreas Statzkowski denn Lust habe, die Glücksfee bei der Christmas-Tombola im Dezember 2017 zu sein. Die Zusage kam prompt.

Natürlich kamen beide auch auf den Brexit zu sprechen und Jage-Bowler erzählte, dass viele Briten jetzt Deutsche werden wollen. Er selbst sei auch dabei. „Aber es ist nicht so einfach die Kurse der Volkshochschule zu besuchen und alles zu organisieren“, meinte er mit einem Lächeln im Gesicht.

Zu den Aufgaben seiner Gemeinde gehört es, sich für überkonfessionelle Anliegen und den Versöhnungsgedanken zu engagieren. So war es Jage-Bowler wichtig zu betonen, „dass die Deutschen stolz sein können, sich der Flüchtlingskrise so anzunehmen.“  Und auch die Willkommenskultur in Westend fände er großartig.

In seiner Gemeinde gebe es Ehepaare, die mit den Flüchtlingen ins Theater gehen oder in ein Konzert, um ihnen zu helfen, die westliche Kultur zu erleben. Große Sorge bereite ihm, dass alle Pakistanis, die sie in der Gemeinde unterstützen, eine Ablehnung ihrer Asylanträge erhalten haben.

Wichtig ist ihm, dass alle im Gespräch miteinander bleiben. Den Älteren falle das schwerer, die Jüngeren seien da offener, betonte Jage-Bowler. Aber Priorität habe seine Gemeinde. Er erzählte, dass auch Menschen aus anderen Teilen der Welt, z.B. aus Nigeria, in seinen Gottesdiensten ihre Geschichten erzählen könnten – dazu gibt es dann auch Spendenaufrufe, um diesen Menschen zu helfen, sie zu unterstützen. „Wir sind Weltbürger und haben die Verantwortung für die Ecken der Welt – und dies müssen wir ernst nehmen“ so Jage-Bowler.