Mein Westend


In Westend kenne ich mich aus. Und es gibt Plätze, die mir ans Herz gewachsen sind. Eine Rangliste zu erstellen – nein das geht für mich nicht. Es gibt so viele schöne Orte - eine kleine Auswahl habe ich hier zusammengestellt.
 

Der Brixplatz: Zuhause für Max Schmeling und Joachim Ringelnatz

Brixplatz heißt er ja erst seit 1947 – benannt nach dem Architekten, Geheimen Regierungsrat und Professor für Städtebau an der Technischen Hochschule, Josef Brix. Zuvor hieß er Sachsenplatz (von 1909-1947).

Ganz früher war hier eine Kiesgrube. Erwin Barth verwandelte sie zwischen 1919 und 1921 in eine Grünanlage. Seine Idee: Geologie und Vegetation der Mark Brandenburg nachbilden. In direkter Nachbarschaft entstanden dann die Wohnviertel mit Miet- und Reihenhäusern.

Beliebt ist die Südseite des Parks. Wenn ich hier mal einige Minuten der Ruhe finde, kann ich gut verstehen, dass zahlreiche Prominente hier einst wohnten. Übrigens lernte Boxer Max Schmeling hier seine spätere Frau Anny Ondra kennen - sie wohnte im Nebenhaus. Im Sachsenplatz 11, wohnte auch Joachim Ringelnatz. Der Kabarettist und Dichter wurde auch auf Briefmarken gewürdigt. Andreas Statzkowski ist leidenschaftlicher Briefmarkensammler – und hat natürlich auch eine Ringelnatz-Briefmarke. Ringelnatz war übrigens mit seinen Freunden oft zu Gast in der „Westend-Klause“ am Steubenplatz – und die existiert heute noch.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Parkanlage wiederhergestellt und 1961 umgestaltet. Allerdings nahmen die Besucher nicht immer Rücksicht auf die Natur, wodurch die Grünanlage Schaden nahm. Ich bin froh, dass es seit 2003 die „Parkinitiative Brixplatz“ gibt, die sich insbesondere um den botanischen Lehrgarten mit rund 430 Arten von Wild- und Nutzpflanzen der Mark Brandenburg kümmert. Zum Glück ist auch die Renovierung von Wasserfall und Pavillon angegangen worden.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, dies kleine Stückchen Erde in meinem Wahlkreis mal u besuchen. Es ist wie eine kleine Meditation. Sie können in kürzester Zeit den Kopf frei bekommen und neue Kraft tanken. Einfach mal tief atmen und genießen. Es klappt – ich habe es ausprobiert.
 

Der Theo: Herzstück meines Wahlkreises

Theodor-Heuss-Platz heißt er ja eigentlich. Nach dem ersten Bundespräsidenten Deutschlands. Aber ich kenne niemanden, der diesen Namen vollständig sagt – Theo ist kürzer und es reicht um zu sagen, wo man sich gerade in Westend befindet oder treffen will.

Im Rahmen der Bebauung Neu-Westends wurde der Theo als Schmuckplatz angelegt – damals hieß er noch Reichskanzlerplatz – na ja, das war Anfang des letzten Jahrtausends. Und unbebaut war er da auch noch. Heute freue ich mich, dass hier richtig was los ist. Reichsstraße, Heerstraße, Masurenallee, Kaiserdamm – in alle Richtungen kommt man gut voran und im fußläufigen Umkreis des Theos gibt es alles, was die Westender zum Leben in ihrem Kiez brauchen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Reichsstraße mit ihren Einkaufsmöglichkeiten. Schön, dass es dies Herzstück in meinem Wahlkreis gibt.

Auch die Mitte des Platzes ist einen Blick wert. Wenn Sie mal schnell von der einen Seite zur anderen laufen, nehmen Sie sich doch mal einen Augenblick Zeit. Der Blaue Obelisk der Künstlerin Hella Santarossa ist unübersehbar und sticht bei jedem Wetter hervor.

Allerdings sah er schon mal besser aus als heute. Und leider habe ich auch nicht ganz so gute Erinnerungen an diesen blauen Brunnen – das sollte er nämlich mal sein. Allerdings sprudelte er niemals richtig. Der Senat hatte zeitweise kein Geld für das Wasser und es blieb dann bei der Stilllegung seiner eigentlichen Funktion. Heute ist er nicht mehr funktionstüchtig und sieht auch nicht mehr so gut aus. Der Zahn der Zeit und leider auch Vandalismus haben dazu beigetragen.

Ein echter Hingucker ist für mich dagegen die Ewige Flamme. Sie ist das Denkmal „Für die Opfer durch Flucht und Vertreibung“. 1955 wurde es errichtet und erinnert mich immer wieder daran, dass das Thema an Aktualität auch nach so langer Zeit nicht verloren hat. Ich schaue dort gerne mal vorbei um Mitten im Trubel dieses zentralen Punktes in Westend wieder geerdet zu werden. Das finde ich wichtig.
 

Das Mommsenstadion: Mein Lieblingsort

Mommsenstadion – dieser Name ist Musik für mich. Und das kommt aus tiefsten Herzen. Eingeweiht wurde es schon am 17. August 1930 und hieß damals SCC-Stadion, weil Vereinsmitglieder an den Arbeiten beteiligt waren. Und da ich seit 2010 Präsident dieses SCC Berlin bin ist auch klar, warum das mein Lieblingsplatz ist. Nicht des Amtes wegen, sondern weil ich im SCC quasi aufgewachsen bin. Mein Vater war ein guter 400-Meter-Läufer und startete für den SCC, meine Mutter war Trainerin im SCC und ich bin schon als Jugendlicher hier auf dem Platz gewesen und habe trainiert. Na ja – eher war ich auf der Laufbahn zu finden, denn zu meiner aktiven Zeit war das Gehen mein Sport.

Dem Verein bin ich mit dem Herzen treu geblieben, nun versuche ich als Präsident der Leichtathletik-Abteilung mein bestes für den Sport zu geben.

Übrigens: Der Name SCC-Stadion hielt nur vier Jahre. 1934 wurde das Stadion umbenannt und erhielt nach dem Althistoriker Theodor Mommsen (1817-1903) seinen neuen Namen. Es steht unter Denkmalschutz und neben unserem Verein wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Heimspielstätte der Fußballer von Tennis Borussia, die in der Oberliga Nord-Ost (Staffel Nord) spielen.

Warum ich gerade dieses Stadion so mag? Nun ja, es gehört zur Geschichte des SCC. Aber es ist auch noch ein Stadion, dass sowohl für den Fußball als auch für die Leichtathleten Platz hat. Gerade da Hertha BSC im Olympiastadion die Laufbahn nicht mehr so toll findet, genieße ich es, dass man hier so viele verschiedene Sportdisziplinen immer unter einen Hut bekommt. Und für die vielen Aktiven auch beste Bedingungen im Wettkampf und beim Training hat. Schon in den 90er Jahren wurden 10Millionen Mark investiert, um die Anlagen auf einen guten Stand zu halten. Seit der Fußball-WM 2006 im eigenen Land wurde dann das Stadion und das Umfeld für eine halbe Million Euro modernisiert. Damals diente es als Trainingsgelände einer der beiden Teams, die im nahegelegenen Olympiastadion aufeinandertrafen. So konnte auch Joachim Löw unser schönes Stadion kennenlernen. Wir dürfen es jeden Tag genießen. Und zur Leichtathletik-Europameisterschaft 2018 in Berlin wurden weitere Investitionen getätigt.
 

Sport-Club Charlottenburg Berlin: Mein Sportverein im Kiez

SCC nennen ihn die Berliner -  und nach kurzer Zeit auch die Zugereisten. Seit 2010 bin ich Präsident der Leichtathletik-Abteilung. Der SCC Berlin gehört zu den fünf größten Sportvereinen in Berlin. 2017 haben wir die 7000-Mitglieder-Marke geknackt, was mich stolz macht. Das sind natürlich nicht alles Leichtathleten, denn in unserem Verein kann man zwischen 25 verschiedenen Sportarten wählen. Und dazu gehört Kung -Fu genauso wie Lacrosse oder der Rollstuhlsport. Wir haben für jeden etwas im Angebot, der den Weg runter vom Sofa sucht.

Aber auch der Spitzensport ist bei uns bestens vertreten. Julia und Robert Harting sind unsere prominentesten Leichtathleten. Das Ehepaar hat den Diskus als Wurfgerät erkoren. Julia gewann bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam die Silbermedaille. Robert Harting wurde 2012 in London Olympiasieger, er ist mehrmaliger Welt – und Europameister.  Diesen Topstars und gleichzeitig auch dem Freizeitsportler beste Bedingungen zu bieten ist unser Bestreben.

Und wenn ich dann mehrmals in der Woche in unserer Geschäftsstelle im Olympiapark arbeite, dann mache ich das mit Herzblut. Ich möchte nun dem Verein etwas zurückgeben, was ich als aktiver Sportler selbst erfahren durfte: Professionalität, Unterstützung und beste Trainingsbedingungen. Daraus resultieren dann auch unsere Vereins-Erfolge – egal ob als Olympiasieger oder als Breitensportler.

Ich genieße schon die Fahrt zu unserer Geschäftsstelle, vorbei am Olympiastadion, dann sehe ich die wunderbaren Trainingsplätze, die die Aktiven in bestem Zustand nutzen können aber auch für alle zugänglich sind, die hier gerne sein wollen. Mein Büro liegt im Haus des Deutschen Sports. Übrigens ein Bau aus den 20er Jahren – nicht aus den 30ern. Damals war es gefeierte Architektur. Ich muss auch an den beiden goldenen Adlern vorbei, direkt vor unserer Geschäftsstelle. Geschaffen hat sie Waldemar Raemisch. Da er eine jüdische Ehefrau hatte ging er rechtzeitig ins Exil. Es sind Erinnerungen an Zeiten, die wir nie vergessen dürfen.
 

Straßen-Aktionen: Das beste immer am Samstag

Den Samstag nutze ich oft zum direkten Bürger-Kontakt. Bei unseren Straßen-Aktionen, wir nennen sie auch „unsere Canvassings“ ist das für mich am besten machbar. Es ist nämlich der direkte Kontakt zum Bürger. Unverfälscht und ehrlich. Oftmals bin ich samstags am Steubenplatz zu finden. Hier habe ich dann Zeit, mich mit meinen Wählern aber auch mit meinen Kritikern auszutauschen und zu diskutieren. Ich mag das sehr, denn ich möchte als ihr Abgeordneter ja immer auf dem neuesten Stand sein, was Ihre Anliegen betrifft. Zudem kennen mich viele schon seit Jahren und das Gespräch am Canvassing-Stand kann dann auch schon mal eher einem gemütlichen Plausch ähneln als einer Diskussion über Politik. Auch das ist schön. Meist kommen wir dann aber doch auf die Politik zu sprechen und so manche Anregung für eine schriftliche Anfrage habe ich schon aus einem Gespräch während dieser Straßen-Aktions-Zeit mitgenommen.

Mir ist bewusst, dass wir nur gemeinsam etwas ändern können. Daran will ich kontinuierlich arbeiten. Deshalb bin ich auch nicht nur zur Wahlkampfzeit für Sie vor Ort, sondern auch dann, wenn gerade mal nichts ansteht, wozu ich Ihre Stimme benötige.

An dieser Stelle möchte ich aber gerne die Gelegenheit nutzen und mich für Ihr Vertrauen ganz ausdrücklich bedanken. Sie haben mich zuletzt bereits zum dritten Mal direkt ins Abgeordnetenhaus gewählt. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. Auch wenn diese Arbeit ja nur eine „Halbtagsstelle“ ist, garantiere ich Ihnen, mich ganz dafür einzusetzen. Unser Bezirk Westend darf im Abgeordnetenhaus nicht zu kurz kommen. Gleichzeitig versichere ich Ihnen, mich auch für alle BürgerInnen dieser Stadt einzusetzen.