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02.10.2018, 18:39 Uhr | apo

Alles nur Fake?

Veranstaltungsbericht

Seit der Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist der Begriff Fake News aus dem öffentlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Auch wenn der Begriff an sich nicht neu ist, so hat er in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen. Ebendiese gab dann auch den Ausschlag, sich mit dem Begriff der Fake News eingehender zu beschäftigen. „Das Thema ist hoch aktuell und wird uns auch in Zukunft noch lange verfolgen“, so Andreas Statzkowski in seiner Einleitung.

Mit Alexander Sängerlaub, dem Projektleiter für Desinformation in der digitalen Öffentlichkeit, von der Stiftung Neue Verantwortung konnte das Bürgerbüro Statzkowski einen bekannten Experten als Referenten für dieses wichtige Thema gewinnen. Die Stiftung, der er angehört, ist eine unabhängige Denkfabrik, die sich seit der Trump-Wahl 2017 intensiv mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung beschäftigt.

Fake oder nicht, das ist hier die Frage

Wer eine Antwort auf die Frage, was denn eigentlich Fake News sind bekommen möchte, sollte besonders aufmerksam sein. „Fake News, das sind in der Regel gezielte Desinformationen“, so Sängerlaub. Daher zählt (ersichtliche) Satire, sowie qualitativ schlechter Journalismus nicht zu den klassischen Fake News. Gerade der digitale Strukturwandel im Bereich des Printjournalismus hat eine Informationsflut zur Folge gehabt, die aufgrund ihrer Schnelligkeit den Qualitätsjournalismus in seiner Wettbewerbsfähigkeit massiv unter Druck setzt (Stichwort Zeitungssterben). Die Folgen sind u. a.  sogenannte „Enten“, also Irrtümer in der Berichterstattung, die auf mangelnde Qualität zurückzuführen sind. Diese werden jedoch in den allermeisten Fällen wieder korrigiert. Eine andere Folge der gleichen Ursache ist das „Clickbaiting“ (zu Deutsch: Klickköder). Dieses Phänomen ist im Bereich der Online-Medien und den sozialen Netzwerken angesiedelt. Hierbei handelt es sich um eine Überspitzung von Artikelüberschriften, um den Leser auf die entsprechende Seite zu locken, wodurch die Klickzahlen erhöht werden sollen.

Lügenpresse und Fake News

Auch wenn Donald Trump und weite Teile der AfD mit dem Begriff Fake News oder Lügenpresse argumentieren, so muss man feststellen, dass diese politisch-ideologische Verwendung als Kampfbegriff gegen politische Gegner und vor allem gegen die etablierten Medien de facto mit eigentlichen Fake News nichts zu tun hat. Es handelt sich lediglich um Zusammenhänge und Informationen, die nicht in die entsprechende Weltsicht passen, und daher abgelehnt werden. „Es wird eben nur geglaubt, was in das eigene Weltbild passt“, fasst Sängerlaub zusammen.

Die Desinformationen, die den Charakter der Fake News besitzen, kann man wie folgt zusammenfassen. Es sind absichtliche Falschmeldungen, die bewusst verbreitet werden, um Schaden zu verursachen. Dabei werden Fakten aus dem Zusammenhang gerissen, Worte verdreht, Bilder manipuliert, oder Inhalte völlig frei erfunden.

Ein Schutzwall gegen Fake News?

Doch wie lassen sich Fake News erkennen und welche Formen der Prävention versprechen Erfolg? Alexander Sängerlaub glaubt an eine vergleichsweise einfache Lösung, abseits von Zensur und Medienkontrolle: „Betrachtet man das Phänomen der Fake News, so kommt man schnell zu dem Schluss, dass das Thema Bildung sich wie ein roter Faden durch den gesamten Sachverhalt zieht“. Medienkompetenz, also der Umgang mit klassischen, als auch digitalen Medien müsste verstärkt in Schulen zur Anwendung kommen. In erster Linie sollte die Vermittlung von Grundsätzen stehen. Wie finanzieren sich soziale Netzwerke, welche Unterschiede gibt es zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern, was ist eigentlich der Rundfunkbeitrag und wie könnte er helfen Qualitätsjournalismus zu bewahren?

Fest steht, dass es Fake News schon immer gegeben hat und immer geben wird. Die entscheidende Frage ist, wie man gesamtgesellschaftlich, als auch im Einzelnen mit Ihnen umgeht.

EIN NEUES STADION FÜR HERTHA BSC ?
Hertha BSC soll ein neues Stadion auf dem Gelände des Olympiaparks bauen!
Das Olympiastadion soll bei Erhalt seiner Multifunktionalität umgebaut werden!
Es soll alles so bleiben, wie es ist. Kein Neubau und auch kein Umbau!