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29.09.2021, 11:29 Uhr | nane

100 Jahre Avus

Ein Geburtstag (fast) ohne Feier

Am 24. September 1921 wurde sie mit dem ersten Autorennen offiziell eingeweiht: die „Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße – AVUS. Die neue Autostrecke war 8,3 Kilometer lang und wer sie auch mal befahren wollte, musste dafür damals satte 10 D-Mark bezahlen. 100 Jahre danach ist diese legendäre Rennstrecke dem Berliner Senat nicht mal eine Geburtstagsfeier wert. Andreas Statzkowski: „Ein Geburtstag, der nicht gefeiert wird, ist für mich mehr als ein Wink der politisch Verantwortlichen. Unternehmerische Aktionen, die für unsere Stadt so wichtig sind, werden nicht gewürdigt. Dabei hat Hamid Djadda doch der Stadt gezeigt, was man aus dem alten Schandfleck AVUS-Tribüne machen kann, wenn man sich mit Herzblut für eine Sache einsetzt.“

Hamid Djadda, im Iran geboren und in Hamburg aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren in Berlin. 2017 kaufte er die Avus-Tribüne. Von seiner Idee, die Sanierung voranzutreiben, ließ er sich trotz einiger Rückschläge nicht abbringen. So darf die ehemalige Tribünenseite jetzt nur die leeren Sitzplätze zeigen. Unternehmer Djadda wollte hier eigentlich Holographien historischer Rennwagen zeigen. Die zuständige Behörde war aber der Meinung, dies lenke die Autofahrer zu sehr ab. Zudem konnte er nicht durchgehend umbauen. Städtebauliche Vorschriften lassen dies nämlich nur in Ferienzeiten zu.

TV-Studio, Café, Büros und Events im neuen Glanz

Aber all das hinderte den Unternehmer nicht, sich weiterhin daran zu machen, den Berlinern einen neuen Fixpunkt mitten in der Stadt zu bieten. Seine Motivation: „Dass rund 13 Millionen Besucher im Schnitt jedes Jahr nach Berlin kommen – und vielen ist die AVUS noch ein Begriff“ sagt Hamid Djadda.  „Dieser historische Ort, zu dem einem Namen wie Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Bernd Rosemeyer, Juan Manuel Fangio und andere sofort einfallen, durfte nicht dem Verfall preisgegeben werden“.  Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Demnächst wird der Fernsehsender „Hauptstadt-TV“ seine Studios hier beziehen. Ein Café, Veranstaltungsräume und Büros sollen folgen.

Eine Geburtstagsfeier gab es dann doch noch. Eine private Initiative organisierte das Jubiläumsfest. Gefeiert wurde in der alten Nordkurve mit zahlreichen Zeitzeugen.